{"id":33,"date":"2017-11-05T21:51:11","date_gmt":"2017-11-05T20:51:11","guid":{"rendered":"https:\/\/tv60film.de\/tv60\/?page_id=33"},"modified":"2018-02-12T10:24:21","modified_gmt":"2018-02-12T09:24:21","slug":"in-memoriam","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/tv60film.de\/tv60\/firma\/in-memoriam\/","title":{"rendered":"In Memoriam"},"content":{"rendered":"<div id=\"contentRight\">\n<p>Bernd Burgemeister war nicht nur einer der erfolgreichsten\u00a0Produzenten im deutschen Fernsehmarkt, sondern auch vielf\u00e4ltig f\u00fcr die gesamte Produzentenschaft t\u00e4tig. U.a. war er von 1998 bis zu diesem Jahr der Vorsitzende des Verbands Deutscher Fernsehproduzenten und\u00a0lange Jahre Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der \u201eVerwertungsgesellschaft Film Fernsehen\u201c. Im Namen seines VFF Mitgeschaftsf\u00fchrers Johannes Kreile ver\u00f6ffentlichen wir hier einen Teil des Nachrufs auf Bernd\u00a0Burgemeister.<\/p>\n<p>\u201eEr beherrschte die ganze Klaviatur des Fernsehens. Egal ob der Weihnachtsmehrteiler f\u00fcr Jugendliche, den das ZDF viele Jahre ausstrahlte, ob die Kriminalreihen \u201eDas Duo\u201c oder \u201eAbel\u201c oder \u201eTatort\u201c, ob besonders anspruchsvolle Fernsehfilme wie \u201eDie Hoffnung stirbt zuletzt\u201c, \u201eMarias letzte Reise\u201c und \u201eDas wahre Leben\u201c oder Kinofilme wie \u201eDer alte Affe Angst\u201c oder die Oscar-gekr\u00f6nte Verfilmung der Geschichte von Sophie Scholl \u2013 Bernd Burgemeister, der am Wochenende pl\u00f6tzlich verstorbene Produzent hat mit seinen Werken Fernseh &#8211; und Kinogeschichte\u00a0geschrieben. Dar\u00fcber hinaus war er seit Jahrzehnten f\u00fcr die Belange der Branche\u00a0engagiert. Er war seit 1992 Mitglied des Vorstands und seit 1998 Vorsitzender des\u00a0Bundesverbands der deutschen Fernseh-produzenten. Seit mehr als 10 Jahren war\u00a0er auch Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der VFF Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten GmbH.\u00a0Er wurde nur 63 Jahre alt.<\/p>\n<p>Vor genau 30 Jahren stieg er bei seinem Kollegen und v\u00e4terlichen Freund Claus Hardt bei der M\u00fcnchner Firma TV 60 ein, die er zu einer der wichtigsten unabh\u00e4ngigen Produktionsfirmen ausbaute. Mit unerm\u00fcdlichem Gesp\u00fcr f\u00fcr die Interessen des Publikums, das er gleichzeitig auch forderte, pflegte er die gehobene Unterhaltung ebenso, wie er immer wieder die wichtigsten gesellschaftspolitischen Themen in Fernsehfilmen behandelte. Bevor er im Alter von 33 Jahren selbst\u00e4ndiger Produzent wurde, hatte er das Gewerbe von der Pike auf gelernt. Nach seinem Realschulabschluss begann er 1960 seine Ausbildung im Produktionsgewerbe und arbeitete von 1965 bis 1972 als Produktionsleiter und Herstellungsleiter, bis er 1973 vom ZDF &#8211; Progammdirektor Josef Vieh\u00f6fer als Assistent engagiert wurde. Dessen Nachfolger Gerhard Prager und Dieter Stolte \u00fcbernahmen ihn anschlie\u00dfend jeweils in dieser Funktion, bis er 1978 sich selbst\u00e4ndig machte. Burgemeisters gro\u00dfer Erfolg beruhte vor allem\u00a0auf seiner Bereitschaft, sich zu engagieren. War er von einem Film, einem Thema, einem Regisseur oder den Darstellern \u00fcberzeugt, dann war er auch bereit mit langen Diskussionen sich darauf einzulassen, um es durchzusetzen und auf bestm\u00f6gliche Weise zu verwirklichen. Nicht zuletzt dieser Eigenschaft verdankte er, dass alle immer wieder mit ihm zusammenarbeiten wollten und dass die Arbeiten entsprechend\u00a0honoriert wurde. Er war der Meister des Erfolgs sowohl bei der Zuschauerquote als auch bei den Preisen von Festivals und Wettbewerben. Er war auch ein treuer Produzent seinen Schauspielern gegen\u00fcber: Senta Berger, Nina Kunzendorf, Charlotte Schwab, Anneke Kim Sarnau, Friedrich von Thun, G\u00fcnther Maria Halmer wurden in seinen Produktionen immer noch popul\u00e4rer und er verlie\u00df sich gerne auf sie \u2013 wie sie sich auf ihn.<br \/>\nBei all der Freude, die er am sch\u00f6pferischen Dialog hatte und sich inhaltlich engagiere,<br \/>\nverga\u00df er nicht, dass die Rolle des Produzenten in Deutschland nicht einfach ist. Unerm\u00fcdlich k\u00e4mpfe er daf\u00fcr, dass die Rolle der Produzenten gleichberechtigt neben den Sendern wahr-genommen wurde. In den zehn Jahren seines Vorsitzes beim Bundesverband Deutscher Fernsehproduzenten und in den zahlreichen sonstigen \u00c4mtern, die er bekleidete \u2013 von der Filmf\u00f6derungsanstalt bis zur SPIO k\u00e4mpfe er daf\u00fcr, dass gerade die kleinen und mittleren Produzenten neben den gro\u00dfen oft konzernabh\u00e4ngigen &#8211; Produzenten ihre Chance bekamen.<br \/>\nEr war es auch, der es mit gro\u00dfem taktischem Geschick geschafft hat, die h\u00e4ufig widerstrebenden Interessen der Produzenten in der neuen \u201eAllianz Deutscher Produzenten &#8211; Film &amp; Fernsehen\u201c zusammen zu fassen. Daf\u00fcr zog er sich selbst von der Spitze seines Verbandes zur\u00fcck, vielleicht auch um in Zukunft etwas mehr wieder seinen eigenen Interessen nachgehen zu k\u00f6nnen. Dazu ist es nicht mehr gekommen. Die deutsche Film- und Fernseh-landschaft hat einen ihrer ganz Gro\u00dfen verloren. Sein Sohn Sven, der bereits seit einigen Jahren in der Firma als Produzent an seiner Seite stand, wird sein Werk fortsetzen.<br \/>\nNiemand kann aber vergessen, was die Zuschauer und die Branche ihm alles verdanken.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bernd Burgemeister war nicht nur einer der erfolgreichsten\u00a0Produzenten im deutschen Fernsehmarkt, sondern auch vielf\u00e4ltig f\u00fcr die gesamte Produzentenschaft t\u00e4tig. U.a. war er von 1998 bis zu diesem Jahr der Vorsitzende des Verbands Deutscher Fernsehproduzenten und\u00a0lange Jahre Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der \u201eVerwertungsgesellschaft Film Fernsehen\u201c. 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